Ihr seid einfach zu dumm
Liebe Bertelsmänner,
Ihr seid einfach zu dumm.
Ja klar, die Idee war ja nicht schlecht. Aber die habt Ihr Euch ja auch von den Erdbeerbauern abgeschaut.
Ich erinnere mich noch gut daran, so vor 15 Jahren, in meiner Jugend. Da sind wir nachts auf die Erdbeer-Felder gegangen und haben uns den Bauch vollgeschlagen. So ganz ohne zu bezahlen. Genau, Diebstahl ist das eigentlich und gehört sich nicht. Und was machte der Bauer? Genau, der merkte das irgendwann, und dann versuchte der uns zu kriegen. In dem er sich irgendwo im Feld versteckt hat und uns auflauerte.
Habt Ihr Euch gedacht, das machen wir auch so, mit den RAUBKOPIERERN, den bösen. Und da Ihr kein Erdbeerfeld habt, dachtet Ihr, lauert Ihr dem Raubkopierer halt da auf, wo er sich immer rum treibt: an seinem Computer. Mit 'ner Software, die sich versteckt und heimlich den Benutzer überwacht. Und wenn der dann versucht, mit seinem Computer etwas zu tun, was Ihr nicht wollt, dann greift Eure Software da einfach ein und stört den Programmablauf. So was nennt man übrigens im Fachjargon Sabotage.
Und wie kommt die Software auf den Computer vom Raubkopierer? Na, nix einfacher als das. Einfach auf die CDs drauf, die Ihr dem Kunden verkauft. Die legt der Käufer in seinen Computer ein und dieser installiert dann die Überwachungssoftware (unter dem Deckmantel eines Abspielprogramms. Wenn irgendein Jugendlicher so was programmiert, nennt man das i.d.R. Trojaner. Da kommt dann der Staatsanwalt, und dann gibt’s Gerichtsverfahren und Verurteilung und Haftstrafe und so was. Aber bei Euch ist das ja sicherlich was anderes; Ihr habt es ja nicht böse gemeint.
Nichts desto trotz, Ihr seid, wie gesagt, einfach zu dumm. Der Erdbeerbauer hat's kapiert gehabt. Der hat nachts auf dem Feld dem Dieb aufgelauert. Ihr dagegen habt den Computer von Eurem KUNDEN sabotiert. Noch mal in langsam und in aller Deutlichkeit:
Die Person, die in ein Geschäft geht und Eure Ware gegen Bezahlung von guten Euros käuflich erwirbt, das ist Euer Kunde. Das sind die Guten. Diejenigen, die die Musik im Internet illegal herunterladen, das sind Eure Feinde; die Bösen. Kapiert? Was Ihr macht, ist so ähnlich, wie wenn sich der Erdbeerbauer vor den Supermarkt stellt, und jedem der dort Erdbeeren gekauft hat, auf die Mütze haut.
Wenn Ihr jetzt anfangt, mich dafür zu bestrafen, dass ich Eure Ware legal erwerbe (=kriege Euren tollen Trojaner), während ich unbehelligt bleibe, wenn ich die Ware klaue, dann muss ich mir (natürlich ausschließlich im Kontext meiner Datensicherheit) noch einmal überlegen, welches das bessere Modell ist. Aber wie gesagt, liebe Bertelsmänner, Ihr seid halt einfach zu dumm.
Es grüsst herzlichst
"John Locke"
p.s.: Gekriegt hat uns der Erdbeerbauer natürlich nie ;-)
Anstoß dieses Beitrages war der Beitrag auf Heise Security (http://www.heise.de/security/news/meldung/65602), siehe auch Spiegel Online (http://www.spiegel.de/netzwelt/technologie/0,1518,383301,00.html)
Ihr seid einfach zu dumm.
Ja klar, die Idee war ja nicht schlecht. Aber die habt Ihr Euch ja auch von den Erdbeerbauern abgeschaut.
Ich erinnere mich noch gut daran, so vor 15 Jahren, in meiner Jugend. Da sind wir nachts auf die Erdbeer-Felder gegangen und haben uns den Bauch vollgeschlagen. So ganz ohne zu bezahlen. Genau, Diebstahl ist das eigentlich und gehört sich nicht. Und was machte der Bauer? Genau, der merkte das irgendwann, und dann versuchte der uns zu kriegen. In dem er sich irgendwo im Feld versteckt hat und uns auflauerte.
Habt Ihr Euch gedacht, das machen wir auch so, mit den RAUBKOPIERERN, den bösen. Und da Ihr kein Erdbeerfeld habt, dachtet Ihr, lauert Ihr dem Raubkopierer halt da auf, wo er sich immer rum treibt: an seinem Computer. Mit 'ner Software, die sich versteckt und heimlich den Benutzer überwacht. Und wenn der dann versucht, mit seinem Computer etwas zu tun, was Ihr nicht wollt, dann greift Eure Software da einfach ein und stört den Programmablauf. So was nennt man übrigens im Fachjargon Sabotage.
Und wie kommt die Software auf den Computer vom Raubkopierer? Na, nix einfacher als das. Einfach auf die CDs drauf, die Ihr dem Kunden verkauft. Die legt der Käufer in seinen Computer ein und dieser installiert dann die Überwachungssoftware (unter dem Deckmantel eines Abspielprogramms. Wenn irgendein Jugendlicher so was programmiert, nennt man das i.d.R. Trojaner. Da kommt dann der Staatsanwalt, und dann gibt’s Gerichtsverfahren und Verurteilung und Haftstrafe und so was. Aber bei Euch ist das ja sicherlich was anderes; Ihr habt es ja nicht böse gemeint.
Nichts desto trotz, Ihr seid, wie gesagt, einfach zu dumm. Der Erdbeerbauer hat's kapiert gehabt. Der hat nachts auf dem Feld dem Dieb aufgelauert. Ihr dagegen habt den Computer von Eurem KUNDEN sabotiert. Noch mal in langsam und in aller Deutlichkeit:
Die Person, die in ein Geschäft geht und Eure Ware gegen Bezahlung von guten Euros käuflich erwirbt, das ist Euer Kunde. Das sind die Guten. Diejenigen, die die Musik im Internet illegal herunterladen, das sind Eure Feinde; die Bösen. Kapiert? Was Ihr macht, ist so ähnlich, wie wenn sich der Erdbeerbauer vor den Supermarkt stellt, und jedem der dort Erdbeeren gekauft hat, auf die Mütze haut.
Wenn Ihr jetzt anfangt, mich dafür zu bestrafen, dass ich Eure Ware legal erwerbe (=kriege Euren tollen Trojaner), während ich unbehelligt bleibe, wenn ich die Ware klaue, dann muss ich mir (natürlich ausschließlich im Kontext meiner Datensicherheit) noch einmal überlegen, welches das bessere Modell ist. Aber wie gesagt, liebe Bertelsmänner, Ihr seid halt einfach zu dumm.
Es grüsst herzlichst
"John Locke"
p.s.: Gekriegt hat uns der Erdbeerbauer natürlich nie ;-)
Anstoß dieses Beitrages war der Beitrag auf Heise Security (http://www.heise.de/security/news/meldung/65602), siehe auch Spiegel Online (http://www.spiegel.de/netzwelt/technologie/0,1518,383301,00.html)

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